Im Dialog der Kulturen: Lesungen, Theateraufführungen und Diskussionen – eine der bedeutendsten interkulturellen Veranstaltungsreihen Hamburgs.
Im Dialog der Kulturen
Literatur, die Grenzen überwindet, Geschichten, die verbinden – so begann vor über einem Jahrzehnt eine Reise, die heute zu einer der bedeutendsten interkulturellen Veranstaltungsreihen Hamburgs geworden ist.
Seit 2019 umfasst das Programm mehrere Tage voller Lesungen, Theateraufführungen und Diskussionen, in denen Autor*innen, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen gemeinsam literarische und kulturelle Themen beleuchten.
„Heute sind die Literatur- und Theatertage ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Hamburg. Sie bieten eine Plattform für Begegnungen, die über literarische Entdeckungen hinausgehen." — Interkulturelle Denkfabrik e.V.
Was uns ausmacht
Jedes Jahr steht ein zentrales Thema oder eine literarische Persönlichkeit im Mittelpunkt und prägt das gesamte Programm.
Autor*innen aus verschiedenen Ländern teilen ihre literarischen Perspektiven und Werke mit dem Hamburger Publikum.
Theateraufführungen, oft in Kooperation mit der Ankara Tiyatro Fabrikası, bringen literarische Werke lebendig auf die Bühne.
Podiumsdiskussionen und Gespräche mit Wissenschaftler*innen vertiefen die literarischen Themen und stellen gesellschaftliche Bezüge her.
Dokumentarfilme und Spielfilme ergänzen das Programm und bieten visuelle Zugänge zu den behandelten Themen.
Musikalische Darbietungen und Konzerte schaffen emotionale Verbindungen und bereichern das kulturelle Erlebnis.
Vergangene & Kommende Veranstaltungen
Gewalt lebt in Zwischentönen, im Schweigen, in der Geschichte, im Alltag – dort, wo wir oft wegsehen.
„Zwischen den Zeilen" erforscht Gewalt in all ihren Formen: physisch, psychisch, strukturell, sprachlich. Die Edition macht das Unsichtbare sichtbar und schafft einen Ort des Dialogs, des Zuhörens und der kulturellen Heilung – in einer Zeit wachsender Polarisierung.
Autor*innen aus verschiedenen Kulturen – von autobiografischen Reflexionen bis poetischer Deutung. Moderierte Gespräche zwischen Publikum und Schreibenden.
Interkulturelle Produktion und Tanzperformance – Körper als Sprache des Unsagbaren. Schmerz, Macht und Befreiung körperlich erleben.
Malerei, Fotografie, Video – sichtbare und unsichtbare Spuren von Gewalt. Nachwuchsförderung für junge Kunstschaffende mit Migrationsgeschichte.
Tanz, Körperarbeit, Reflexion – eigene Geschichten neu erzählen. Individuelle, gesellschaftliche und historische Perspektiven.
Eine interkulturelle Theaterproduktion, die Empathie und Reflexion fördert.
Autorinnen und Autoren präsentieren Texte zu Gewalt, Erinnerung, Trauma und Widerstand –
Literatur als Spiegel der Realität und als Akt der Heilung.
Wie kann Sprache Gewalt brechen und transformieren?
Gewalt thematisieren, ohne sie zu reproduzieren
Schmerz, Macht und Befreiung körperlich erleben
Bewegung, Stimme, Musik – jenseits kultureller Grenzen
Zivilcourage durch künstlerische Perspektiven
Strukturelle und sprachliche Gewalt erkennen
Interkulturelle Teilhabe und Zusammenhalt stärken
Kunst, Politik und Zivilgesellschaft im Austausch
Kooperation für innovative Theaterproduktionen
Plattform für literarische Begegnungen
Künstlerische Zusammenarbeit und Austausch
Reichweite und kulturelle Teilhabe für alle
Langfristige Partnerschaften mit künstlerischer und gesellschaftlicher Wirkung
Zwischen Schmerz und Verständnis Zwischen Erinnerung und Zukunft Zwischen den Zeilen
Vom 14. bis 18. November 2025 finden unter dem Titel „Grenzenlose Geschichten" die Literatur- und Theatertage statt. Die Reihe widmet sich Fragen von Herkunft, Erinnerung, Exil und gesellschaftlicher Verantwortung – im Mittelpunkt stehen literarische Stimmen und künstlerische Auseinandersetzungen mit Grenzerfahrungen. Die Eröffnung im Altonaer Rathaus setzt ein kulturpolitisches Zeichen. Ein literarisch-essayistischer Nachmittag beleuchtet Heimat, Exil und Grenzerfahrung. Unter „Dialoge der Erinnerung" wird diskutiert, wie Migrationserfahrungen literarisch verarbeitet werden. Der Theaterabend macht literarische Stoffe performativ zugänglich, und der Abschlussabend „Zurück nach vorn" erinnert an den Schriftsteller Doğan Akhanlı.
Die Edition „Romanheld*innen" stellte große literarische Figuren in den Mittelpunkt. Der Eröffnungsabend im Altonaer Rathaus vereinte Reden von Laura Helen Rüge, Sunny Sharma-Kapoor, Regula Venske und Rolf Becker, begleitet vom Duo SU. Highlights waren die szenische Lesung „Orhan Veli" mit dem Ensemble „İstasyon Tiyatro" und der Pera Band, das Familientheater „Don Quijote" von Viola Livera, Lesungen von Barbaros Şansal, Nedim Gürsel und Yavuz Ekinci. Den Abschluss bildete das zweisprachige Theaterstück „Eine Frau erwacht" der BGST.
Unter dem Titel „Literaten und ihre Nachfahren" widmeten sich die Literatur- und Theatertage 2023 der Frage, wie literarisches Erbe über Generationen wirkt. Nachkommen bedeutender Schriftsteller*innen diskutierten über Verantwortung, Erinnerung und Weitergabe von Geschichte. Lesungen und Gespräche wurden ergänzt durch musikalische Beiträge und das Cartoon Kabarett „DER SCHEIN TÜRKT" von Muhsin Omurca. Die Ausstellung „Migrationskarikaturen" von Erdoğan Karayel setzte einen künstlerischen Schwerpunkt zu Migration und Identität.
Im Jahr 2022 standen die Literaturtage im Zeichen von Zabel Yesayan (1878–1943), einer armenischen Schriftstellerin und frühen feministischen Stimme. Die Reihe setzte ein Zeichen für weibliche Perspektiven in Literatur und Geschichte. Die Eröffnung im Altonaer Rathaus zog 140 Besucher an. Im Rudolf Steiner Haus begeisterte ein Ensemble aus der Türkei 235 Zuschauer. Insgesamt besuchten 515 Gäste die Veranstaltungsreihe. Die Theateraufführung wurde als das beste Theaterstück der letzten Jahre in Hamburg gelobt.
Die Literatur- und Theatertage 2021 ehrten den Schriftsteller Sabahattin Ali (1907–1948), eine der bedeutendsten literarischen Stimmen der Türkei. Sein Werk thematisiert soziale Ungleichheit, individuelle Sehnsucht und gesellschaftliche Zwänge. Die Reihe brachte Literatur, Film und Theater zusammen. Wissenschaftler*innen, Autor*innen und Zeitzeug*innen diskutierten über literarische Freiheit, staatliche Repression und die Rolle von Kunst. Die Filmvorführungen und Theaterbeiträge eröffneten neue Zugänge zu Alis Werk.
Wer lachen kann, kann auch lieben, denken, spielen. Aziz Nesin lässt beim Lachen auch Nachdenken. Die Theaterfabrik Ankara präsentierte „Hier ist dein Folterer!" – eine tiefgründige, humorvolle Auseinandersetzung mit Nesins Werk, das gesellschaftliche Missstände mit scharfer Ironie bloßlegte.
Die „Yaşar Kemal Literatur- und Theatertage" würdigten das Wirken des bedeutenden türkischen Schriftstellers. Yaşar Kemal gilt als literarische Stimme für Gerechtigkeit, Menschenwürde und gesellschaftliche Verantwortung. Sein Werk thematisiert soziale Ungleichheit, Unterdrückung und die Kraft menschlicher Solidarität. Die Veranstaltung vereinte Literatur, Film und Theater und brachte internationale Autor*innen, Übersetzer*innen und Kulturschaffende zusammen. Die Ankara Tiyatro Fabrikası präsentierte Nikolai Gogols „Der Revisor" als scharfsinnige Satire. Die Reihe setzte ein Zeichen für Dialog und interkulturellen Austausch in Hamburg.
Die Wurzeln
Bereits seit 2014 fanden in Hamburg Literatur- und Theatertage statt, die sich der türkischen, kurdischen und armenischen Literatur widmeten. In den ersten Jahren wurden diese Veranstaltungen unter dem Dach verschiedener Initiativen und Vereine organisiert – darunter kulturelle Netzwerke und engagierte Einzelpersonen, die eine Plattform für interkulturelle Begegnungen schaffen wollten.
Diese frühen Editionen legten den Grundstein für das, was ab 2019 unter dem Namen der Interkulturellen Denkfabrik e.V. zu einer festen Institution im Hamburger Kulturleben wurde. Jedes Jahr stand ein bedeutender Autor oder ein literarisches Thema im Mittelpunkt – eine Tradition, die bis heute fortgeführt wird.
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— Interkulturelle Denkfabrik e.V.