Eine Hommage an eine der bedeutendsten Stimmen der modernen türkischen Literatur – für Gerechtigkeit, Menschenwürde und gesellschaftliche Verantwortung.
Die Interkulturelle Denkfabrik e.V. veranstaltete vom 1. bis 3. März 2019 die „Yaşar Kemal Literatur- und Theatertage“ in Hamburg. Ziel der dreitägigen Reihe war es, das literarische und gesellschaftliche Wirken des bedeutenden türkischen Schriftstellers Yaşar Kemal zu würdigen und zugleich einen lebendigen interkulturellen Dialog zwischen Deutschland und der Türkei zu fördern.
Die Veranstaltungsreihe verstand sich nicht nur als Hommage an einen der wichtigsten Autoren der modernen türkischen Literatur, sondern auch als Plattform für Austausch, Reflexion und Begegnung.
Yaşar Kemal gilt als literarische Stimme für Gerechtigkeit, Menschenwürde und gesellschaftliche Verantwortung. Sein Werk thematisiert soziale Ungleichheit, Unterdrückung, Widerstand und die Kraft menschlicher Solidarität.
Die Literatur- und Theatertage griffen diese Themen auf und stellten sie in einen aktuellen gesellschaftlichen Kontext. Dabei wurde deutlich, dass Kemals Texte weit über ihre Entstehungszeit hinausweisen und bis heute Relevanz besitzen – sowohl im Hinblick auf Fragen von kultureller Identität als auch auf demokratische Grundwerte und Meinungsfreiheit.
Die Veranstaltung vereinte Literatur, Film und Theater und brachte internationale Autor:innen, Übersetzer:innen, Kulturschaffende sowie politische Vertreter:innen zusammen. In Lesungen, Gesprächen und Diskussionsrunden wurde das Werk Yaşar Kemals aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet – literarisch, historisch und gesellschaftspolitisch.
Die Beiträge machten sichtbar, wie eng Literatur und gesellschaftliche Realität miteinander verwoben sind und welche Rolle Kunst in Zeiten politischer Spannungen einnehmen kann.
Neben renommierten Schriftsteller:innen aus Deutschland, der Türkei und dem europäischen Exil bereicherten Musiker:innen und Theaterensembles das Programm. Eine Filmvorführung eröffnete einen dokumentarischen Zugang zu Kemals Leben und Werk, während die Theateraufführung der Ankara Tiyatro Fabrikası die literarischen Stoffe auf der Bühne lebendig werden ließ.
Durch diese Verbindung unterschiedlicher künstlerischer Ausdrucksformen entstand ein vielschichtiger Zugang zu Yaşar Kemals literarischem Erbe, der sowohl emotionale als auch intellektuelle Zugänge ermöglichte.
Die Literatur- und Theatertage boten dem Publikum darüber hinaus die Gelegenheit, aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen, Fragen von Exil, politischer Verfolgung und kultureller Zugehörigkeit aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren.
In einer Stadt wie Hamburg, die von Migration und kultureller Vielfalt geprägt ist, setzte die Veranstaltungsreihe ein bewusstes Zeichen für Dialog, Offenheit und gegenseitiges Verständnis. Die Tage waren somit nicht nur eine literarische Würdigung, sondern auch ein Beitrag zur Stärkung des interkulturellen Austauschs und der demokratischen Diskussionskultur.
Die Stimmen der Yaşar Kemal Literatur- und Theatertage 2019
Dr. Melzer
Bezirksamtsleiterin Altona
Regula Venske
Präsidentin des deutschen PEN
Nebil Özgentürk
Filmemacher, Schriftsteller & Produzent, Istanbul
Osman Okkan
Filmemacher, KulturForum TürkeiDeutschland
Hasan Burgucuoglu
Interkulturelle Denkfabrik e.V.
Viola Livera – Mete Güner
Schauspielerin & Autorin; Texte von Yaşar Kemal
Ulrich Kodjo Wendt
Live-Musik
Sibylle Frei
Live-Musik
Frauenchor YANKI
Chorensemble
Suzan Samancı
Schriftstellerin, Schweiz
M. Hakkı Yazıcı
Schriftsteller, Moskau
Şeyhmus Diken
Schriftsteller, Diyarbakır
Ragıp Zarakolu
Verleger, Schweden – Exil
Sinan Öztürk
Schriftsteller, Bochum
Ishak Ciftijan
Theologe
Sabine Adattepe
Autorin & Übersetzerin
Tevfik Turan
Literarischer Übersetzer
Fatma Aydın
Texte & Gedichte
Kemal Yalçın
Schriftsteller, Bochum
Ankara Tiyatro Fabrikası
Theaterensemble, Ankara
Plakate und Programm der Yaşar Kemal Literatur- und Theatertage 2019