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Abdullah Demirbaş

Abdullah Demirbaş

Kurdischer Politiker

Abdullah Demirbaş, 1966 in Sise bei Diyarbakır geboren, ist ein kurdischer Politiker und Verfechter der Minderheitenrechte, der als Bürgermeister des Stadtteils Sur in Diyarbakır Geschichte schrieb. Nach seinem Soziologiestudium an der Firat-Universität wirkte er als Philosophielehrer und setzte sich später als Kommunalpolitiker für die Mehrsprachigkeit in der Verwaltung ein. Seine progressive Haltung kostete ihn das Amt, denn 2007 wurde er aufgrund der Bereitstellung von Verwaltungsservices in kurdischer Sprache abgesetzt – ein bedeutsamer Moment im Kampf um sprachliche und kulturelle Rechte. Seit 2019 lebt Demirbaş im europäischen Exil, nachdem ihm eine Freiheitsstrafe von fast 300 Jahren drohte. Seine Arbeit symbolisiert den Widerstand gegen kulturelle Assimilation und steht für die Forderung nach Respekt für die kurdische Sprache und Identität. Demirbaş ist ein wichtiger Akteur in der interkulturellen Debatte über Minderheitsrechte und die Rolle des Staates in der Anerkennung von Sprachenpluralismus. Seine Exilerfahrung und seine Aktivität für die Europäische Charta für Regional- oder Minderheitensprachen verbinden ihn mit IKDF's Mission der Verständigung zwischen Kulturen und Völkern. Die Interkulturelle Denkfabrik e.V. (IKDF) organisiert in Hamburg seit vielen Jahren Veranstaltungen zu Literatur, Film und gesellschaftlichem Dialog. Copyright © IKDF – Interkulturelle Denkfabrik e.V., Hamburg